GolfHouse

Neubau GolfHouse, Potsdamer Straße 152, Bielefeld

Planung:2012 - 2013
Realisierung:2014
Bauherr:

Bau- und Grundstücksverwertungsgesellschaft Anstoetz GmbH & Co.KG

Team:Jörn Börner, Wolfgang Müthel
Bilder:Mario Brand, Christian Eblenkamp

Ein ungewöhnlicher, selbstbewusster Bau wurde auf einem Grundstück inmitten heterogener Nutzungs- und Baustruktur, zwischen Einfamilienhäusern, Gewerbebauten und Grünflächen, errichtet. Das Haus bricht bewusst mit klischeehaften, traditionsbehafteten Vorstellungen vom Golfsport; es weckt Interesse und verleiht dem Sport einen modernen, dynamischen Ausdruck.

Die üblichen monotonen Formen und Konstruktionen des Gewerbebaus werden konterkariert. Unter dem schwebenden, gemeinsamen Dach sind mehrere, unterschiedliche Nutzungen vereint. Neben der Verkaufsfläche mit angegliedertem Lager sowie Servicebereichen sind auch Indoorgolf-Spielflächen mitsamt kleinem Café und Umkleiden sowie Büroflächen untergebracht. Der Baukörper ist frei auf dem an einer lang gezogenen Straßenkurve gelegenen Grundstück platziert, wobei die Fassaden der als unregelmäßiges Polygon angelegten Kontur die Linien der Umgebung aufnehmen. Die markante, prägende Dachlandschaft schwebt über einem weitgehend transparenten Sockelbau; die Golf Landschaft fließt durch das Gebäude hindurch. Ein- und Ausblicke verbinden Innen und Außen.

Der eigenständige Ausdruck verstärkt die solitäre Wirkung des Hauses und entspricht dem Anspruch, eine besondere Nutzung zu repräsentieren. Das Außengelände ist als Golf-Spielfläche angelegt. Das Grün des Rasens zieht sich als Bodenbelag durch das gesamte Gebäude. Die umlaufende Textilfassade ist in ganzer Fläche mit einem leichten Gewebe aus weißem Stoff bespannt. Die je nach Lichteinfall wechselnde Dichte und Tiefe der Stofffassade verleiht dem Gebäude Immaterialität und Unverwechselbarkeit. Die extensive Begrünung des Daches bildet mit dem im Hauptraster angeordneten Kiesstreifen das Holztragwerk ab. Wie die Holzdachkonstruktion und die umlaufende Holzrahmenbaufassade stellt auch das Gründach einen Beitrag zum ökologischen Ansatz des Projektes dar.

Das Projekt wurde bei dem BDA-Preis ‚Auszeichnung Guter Bauten 2017‘ mit einer Anerkennung prämiert.

Jurybegründung

„Der Anspruch, sich von den autistischen über die gesamte Republik verteilten Gewerbebauten abzuheben und ein individuelles, signifikantes Gebäude für den Golfsport zu schaffen, wird von den Verfassern hervorragend eingelöst. Mit einfachen, jedoch ungewöhnlichen Mitteln gelingt es, einen Prototypen zu schaffen, der durchaus auch in veränderter Form dazu geeignet ist, die Corporate Identity der Marke zu transportieren.  Das aus dem konservativen Wesen des Golfsports tradierte und in der Regel dem Vintagelook verpflichtete Erscheinungsbild wird auf leichte, elegante Weise gebrochen. Eine im Gewerbebau nicht übliche Präzision in Konzeption, Konstruktion und Materialität verleiht der Halle ein dem modernen Golfsport entsprechendes, neues Erscheinungsbild. Die Leichtigkeit des Dachs und die aus der Konstruktion abgeleitete Polygonalität mit ihren präzise gesetzten Rücksprüngen für die Ein- und Ausgänge schafft Unverwechselbarkeit und Signifikanz. Gemeinsam mit den ungewöhnlichen, selbst auf dem Parkplatz mit Golf assoziierenden Außenanlagen und dem von den benachbarten Gebäuden einsehbaren Gründach stellt die Gesamtanlage eine für die Aufgabenstellung ausgesprochen angemessene Lösung dar, die bislang vorwiegend im deutschsprachigen Ausland anzutreffen ist und sich dort erfolgreich bewährt. Als eine Lösung mit „Vorbildcharakter“ kann der gut positionierte Beitrag hoffentlich zur Nachahmung animieren.“

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